Welcher Vogel pfeift nachts?
Die kurze Antwort: Hören Sie nachts eine echte Melodie, denken Sie zuerst an ein Rotkehlchen. Hören Sie einen tiefen Ton in regelmäßigem Abstand, vergleichen Sie die Waldohreule. Bei einem heiseren Kreischen kommt die Schleiereule infrage.
Die meisten Menschen tippen sofort auf eine Eule. Aber Eulen pfeifen nicht, sie rufen. Wenn das, was Sie hören, wirklich nach Gesang klingt, nach einer Melodie mit Auf und Ab, vergleichen Sie zuerst das Rotkehlchen. Andere singende Arten sind damit aber nicht ausgeschlossen.
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1. Das Rotkehlchen, der Nachtsänger
Ein guter erster Kandidat ist das Rotkehlchen. Es singt auch mitten in der Nacht, besonders in der Stadt: an Straßenlaternen, Bahnhöfen, beleuchteten Parkplätzen. Künstliches Licht verschiebt seinen Rhythmus. Eine Studie aus Sheffield (2007) fand jedoch einen stärkeren Zusammenhang mit Tageslärm: In tagsüber lauteren Revieren sangen Rotkehlchen häufiger nachts.

Der Gesang ist silbrig, wehmütig, in Kaskaden fallend. Kein einzelner wiederholter Ton, sondern eine echte Melodie, die nie zweimal ganz gleich klingt. Es ist derselbe Vogel, der tagsüber im Garten pfeift. Nachts hat er nur die größere Bühne.
2. Die Waldohreule, das Metronom
Wenn der Laut kein Gesang ist, sondern ein einziger tiefer Ton, immer derselbe, alle zwei bis vier Sekunden, stundenlang: Waldohreule. Das Männchen ruft so beharrlich, dass viele Leute zuerst an ein Gerät denken, nicht an ein Tier. Es klingt, als bliese jemand über den Hals einer Flasche.

Achten Sie auf den Abstand, nicht auf den Ton: Das ist die Signatur. Am besten zu hören von Februar bis April.
Ein irritierender Bonus: Im Sommer betteln die Jungvögel mit einem schrillen Laut, der exakt wie ein quietschendes Scheunentor klingt. Viele halten das für einen Gegenstand, nicht für einen Vogel.
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3. Die Schleiereule, der Schrei
Nichts Regelmäßiges, aber sie gehört hierher: Kein Vogel wird häufiger für einen Menschen gehalten. Die Schleiereule huhut nicht, sondern kreischt: ein heiserer, langgezogener Laut, oft im Flug über offenem Gelände ausgestoßen.

Eine weiße Gestalt, die durch einen Scheinwerferkegel gleitet, dazu dieser Schrei: Man versteht sofort, woher die Gespenstergeschichten kommen.
Und der Waldkauz?
Der Waldkauz ist Deutschlands bekannteste Nachtstimme und liefert das „huu-huhuhuuu", das in jedem Film läuft, sobald es dunkel wird. Genau deshalb ist er hier wichtig: Sein Ruf ist eben nicht regelmäßig. Er besteht aus zwei Teilen, einem gehaltenen „huu", einer Pause und einem vibrierenden Nachsatz. Dazu kommt ein scharfes „kuwitt", das vor allem das Weibchen ruft.
Kaum bekannt: Das „huu-huuu" aus den Märchen ist oft ein Duett. Sie ruft „kuwitt", er antwortet mit dem Heulen. Zwei Vögel, nicht einer.
Klingt Ihr Laut vibrierend und zweiteilig, ist es ein Waldkauz. Klingt er monoton und exakt getaktet, gehen Sie zurück zur Waldohreule. Seine Aufnahme fehlt noch in unserer Tonbibliothek und wird auf dieser Seite ergänzt, sobald sie vorliegt.
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Häufige Fragen
Welcher Vogel pfeift nachts?
Ein guter erster Kandidat ist das Rotkehlchen, besonders in Städten. Eine Studie aus Sheffield fand einen stärkeren Zusammenhang zwischen nächtlichem Gesang und Tageslärm als mit künstlichem Licht. Sein abwechslungsreicher Gesang unterscheidet sich deutlich vom gleichmäßig wiederholten Ruf einer Eule.
Welcher Vogel ruft nachts immer denselben Ton, in regelmäßigen Abständen?
Die Waldohreule. Das Männchen stößt ein tiefes, weiches „huh" aus und wiederholt es alle zwei bis vier Sekunden, mit der Regelmäßigkeit eines Metronoms, manchmal stundenlang. Der Ton trägt weit und scheint aus allen Richtungen zugleich zu kommen, was ihn schwer zu orten macht.
Welcher Vogel schreit nachts wie ein Mensch?
Denken Sie an die Schleiereule. Sie huhut nicht, sondern kreischt: Der Ruf ist heiser, langgezogen und durchdringend und wird oft im Flug über offenem Gelände geäußert. Zusammen mit ihrer hellen, lautlosen Erscheinung hat dieser Laut viele Gespenstergeschichten geprägt.
Singt das Rotkehlchen wirklich mitten in der Nacht?
Ja. Nächtlicher Gesang von Rotkehlchen ist in Städten gut dokumentiert. Eine Studie aus Sheffield (2007) fand, dass Tageslärm das nächtliche Singen besser vorhersagte als künstliches Licht. Eine abwechslungsreiche Melodie passt daher zum Rotkehlchen; andere singende Arten sind aber nicht ausgeschlossen.
Wie unterscheide ich Waldohreule und Waldkauz?
Die Waldohreule wiederholt einen einzigen tiefen Ton, immer gleich, in regelmäßigem Abstand. Der Waldkauz dagegen ruft das bekannte, vibrierende „huu-huhuhuuu" in zwei Teilen: ein gehaltenes „huu", eine Pause, dann ein zitternder Nachsatz. Dazu kommt ein scharfes „kuwitt", das vor allem das Weibchen ruft. Monoton und regelmäßig: Waldohreule. Vibrierend und zweiteilig: Waldkauz.
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Aufnahmen aus der Wings-&-Whistles-Tonbibliothek.